Viele Botschafter in Sarvenfesti. GRÖNF!

Hier können diplomatische Schreiben verfasst werden.

Moderator: Durin

Benutzeravatar
Schrate
Oberst
Beiträge: 127
Registriert: So 24. Jan 2016, 23:14

Auf hoher See, fern im Westen

Beitrag von Schrate » Mo 4. Sep 2017, 13:55

Lang war die Hathel VII schon unterwegs, und wenig hatte die Eintönigkeit der Seefahrt unterbrochen, ausser dem Geschrei der Möwen.

Bislang.

Denn heute war ein besonderer Tag.

Als die Matrosen bei Tagesanbruch aus den Hängematten stiegen und sich an die Ruder und das Segel begaben, bemerkten sie zuerst, dass die Delphine verschwunden waren, die das Schiff seit Wochen begleitet hatten.

Dann stellten sie verwundert fest, dass die Wasseroberfläche von Unrat bedeckt war, wie sie es noch nie gesehen hatten. Altes Holz, Rattenknochen, Pegasusfedern, Kamelkadaver, halb verweste Goblinleichen - so weit das Auge reichte, trieb verschiedenster Abfall auf den Wellen. In nördlicher Richtung schien der Müll dichter zu treiben.

"Land ahoi!" Im Norden war eine bergige Landzunge zu sehen. Als die Noldor i Fantasya sich an der Reling versammelten, stellten die scharfsichtigeren unter ihnen schnell fest, dass der Himmel über den Bergen dort einen ungesund-grünlichen Farbstich aufwies. Als sei ihm übel. Was das wohl zu besagen hatte?

Schliesslich drang eine ferne Stimme an ihre Ohren. Ein heiser-grölendes Brüllen.

"GRÖÖÖNF! Schiff ahoi!

"Hier Schrate! Leuchtturm von Fadunokakiz! Sehen Noldorse! Höhö!

"Schnell segeln NACH O NO! Da Sarvenfesti! Viele Botschafter! Noldorse schnell auch kommen! Machen Schratbierfass auf! Heben für Noldorse auch noch Kamel à la Schrat auf! Delikatesse!

"GRÖÖÖNF!"

Benutzeravatar
Schrate
Oberst
Beiträge: 127
Registriert: So 24. Jan 2016, 23:14

Re: Viele Botschafter in Sarvenfesti. GRÖNF!

Beitrag von Schrate » Fr 2. Mär 2018, 21:36

Mit einem etwas mulmigen Gefühl hatten die Matrosen der Hathel VII Kurs nach Norden gesetzt, wie das Grölen vom Leuchtturm es vorgeschlagen hatte. Schliesslich hatten sie schon die sieben Meere Fantasyas bereist, da konnten sie ein paar dahergelaufene Schrate auch nicht mehr überraschen.

Dachten sie zumindest.

Als sie ihre Trireme an der Kaimauer vertäuten, die im grossen und ganzen nur ein Haufen Steine war, kam ihnen schon die Begrüssungsdelegation entgegen. Entgegen geschwankt. Wobei "Delegation" etwas zu hoch gegriffen war. Es war exakt ein Schrat, der offenbar schon früh des Morgens dem Schratschnaps tüchtig zugesprochen hatte und sich kaum mehr auf den Beinen halten konnte.

"GRÖNF!

"Willkommen Sarvenfesti! Höhö! Ich Unterschrat. Chefschrat bittet Entschuldigung. <Hicks!> Chefschrat etwas unpässlich. Letztes Schratbier wohl nicht mehr ganz frisch. Aber morgen Chefschrat wieder fit! Hurra!

"Noldorse schnell rekrutieren Botschafter! Schrate schon gebaut schönes Zuhause! Fast ganz ungezieferfrei, nur ganz wenig Kakerlaken!
BETRETEN BURG 2hx

"Dann schnell kommen Festessen! Schratköche schon machen Delikatesse!"

Im Hintergrund sahen die Matrosen, wie offenbar schon das "Festessen" vorbereitet wurde. Die Schrate hatten sich nicht die Mühe gemacht, das Kamel zu häuten, bevor sie es grillten. Ebensowenig die Ratte, die sie dem Kamel ins Maul gesteckt hatten. Und dann hatten sie das ganze mit einer Pfefferminz-Sahne-Sosse übergossen, die in allen Regenbogenfarben schillerte - anscheinend hatten die Schrate die Sosse mit Motorenöl verfeinert.

Totenbleich zog Hir-Teleri eine Packung Streichhölzer heraus und brach eines in der Mitte durch. "Wer das kürzeste Streichholz zieht, hat die... Ehre... uns bei den Schraten als Botschafter zu vertreten..."

Rothar
Lichtelf
Beiträge: 96
Registriert: So 8. Feb 2015, 21:09
Wohnort: Wien

Re: Viele Botschafter in Sarvenfesti. GRÖNF!

Beitrag von Rothar » Mo 5. Mär 2018, 21:48

Nachdem auch bei der dritten Runde Streichhölzer-ziehen auf scheinbar magische Weise keines der zuvor feinsäuberlich gekürzten Streichhölzer mehr zum Vorschein kommen wollte, hatte der Kapitän eine andere Idee. Offenbar war die angeborene Magie oder auch angewandte Fingerfertigkeit der Mitreisenden zu groß, als dass mit simplen Methoden ein Botschafter erwählt werden konnte.
Auch wussten die Mitreisenden tausende Auszählreime zu rezitieren, was bei einer längeren Flaute bereits zu einem mittleren Nervenzusammenbruch seinerseits geführt hatte, als er vorschlug, die erste Rudererschicht durch Auszählen zu bestimmen. 3 Nächte später kannte noch immer jemand einen Reim, der noch nicht ausgezählt worden war und sie waren noch keinen Meter weitergekommen.

Bevor noch jemand auf die Idee kommen konnte, den Kapitän als "angemessenen" Botschafter vorzuschlagen, brachte er seinen Vorschlag ein.
Und so sprach er: "In einer derart ausgeprägten Kultur wie jener der Schrate, wäre es wohl nur recht und billig, einen kulturell angepassten Botschafter zu ernennen. In allen Ecken und Winkeln von Fantasya kann man immer wieder auch auf einheimische Elben stoßen, welche sich zu tausenden auch den wahren Noldor angeschlossen haben. Sicherlich gibt es auch hier kulturell flexible Elben, die die wahre Natur der Schrate bereits verinnerlicht haben. Wieso jemanden ernennen, der doch sowieso nie Teil dieser Gesellschaft werden kann. All die diplomatischen Verwicklungen, die durch Verständigungsprobleme entstehen, könnten hier mit einem Schlag vermieden werden. Nehmen wir also einen Einheimischen als Botschafter! Er kann darüber hinaus keine Geheimnisse verraten, weil er sie einfach nicht kennt und auf Grund der Entfernung zu den Heimatlanden ist ein geregelter Informationsaustausch mit Narwas ohnedies nur schriftlich mit Raben möglich. Nehmen wir also einen Einheimischen als Botschafter."

Alle ließen sich die Worte durch den Kopf gehen. Sie erkannten die Weisheit und den Vorteil, dass das Risiko hierzubleiben für jeden mit einem Schlag auf 0 sinken könnte.
Hinter einem Faß mit angefaultem Weizen fand sich auch schnell ein geeigneter Kandidat. Spitze Ohren und mandelförmige Augen waren das einzige an der kleinwüchsigen, verlausten Gestalt, was an einen Elben erinnerte. Bei näherer Betrachtung mochte der Mann einmal großwüchsig gewesen sein, doch der krumme Rücken von der schweren Arbeit machte die schöne Gestalt zu nichte. Ein paar verfaulte Zähne kamen bei dem Grinsen zum Vorschein, dass er zeigte, als ihm die Vorzüge des Angebots dämmerten, dass er von nun an ein "Botschafter" mit eigenem Heim sein würde. Das Rekrutierungsgeld war ziemlich schnell in den besten Schratenschnaps investiert.
Kakerlaken hatte er selber zum mitbringen und auch ein paar Ratten folgtem ihm dicht auf den Fuß und so machte er es sich in dem Turm gemütlich.
Den Namen des Tapferen würde die Mannschaft der Hathel VII nie erfahren, denn noch ehe der Botschafter sein erstes diplomatisches GRÖNF formuliert hatte, war die Tireme wieder auf See und diesmal haben alle mit vollstem Einsatz gerudert.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast