1. Sillonfurter Schatzsuche

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Imperator
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Re: 1. Sillonfurter Schatzsuche

Beitrag von Imperator » Mo 4. Mai 2026, 18:19

Jorgosh war fast am Ziel, dachte er zumindest. „Fast.“ Seine Suche nach dem Schatz hatte ihn in nordwestliche Richtung geführt, und er hatte die Lande der Wächter der Unterwelt betreten. Dank gut ausgebauter Gebirgsstraßen - selbstverständlich bei einem Zwergenvolk - war er mit seinem Wagengespann schnell vorangekommen und musste einen großen See halb umrunden, so las er es jedenfalls aus seiner Schatzkarte.

„Aber wie komme ich da rüber?“ Er stand nun mit seinem Wagen am Ende der Straße in Feuerschlund, und blickte geradewegs in einen solchen - ein tiefer Einschnitt, und dahinter das ersehnte Ziel. Weiterfahren konnte er nicht mehr. „Vielleicht nur mit einem Pferd?“

Ein Plan reifte in ihm - er könnte den Wagen hier zurücklassen und mit einem Pferd, vorsichtig zu Fuß, diese Klamm hinabsteigen. Ein Packpferd zumindest würde er sicher brauchen, hatte er einmal den Schatz gefunden.

Rogolan
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1. Sillonfurter Schatzsuche - Reddora Felsenspringer

Beitrag von Rogolan » So 17. Mai 2026, 07:11

Bei aller Liebe zum schnellen Reisen, die letzten Wochen hatten wahrlich an ihren Kräften gezehrt und auch ihren Tribut gefordert. Zuerst war ihre Route nordwärts verlaufen, Hochländer, Berge, Gletscher, ein traumhafter Ausblick, kühler, schneidiger Fahrtwind und gutes zwergisches Straßennetz, was wollte man mehr. Doch dann führte der Weg in dünner besiedelte Regionen, kaum Leute geschweige denn Straßen. Und dann kam die Küste in Sicht. Ebenen, Wälder, Menschensstädte.

Die Thoregonen waren freundlich, man kannte sich als Nachbarn und offensichtlich hatten viele von der Schatzsuche gehört. Bei den Kontrollposten wurde sie stets durchgewunken, nur einmal musste sie den Passierschein vorzeigen. Schnell stellte sich heraus, dass dies nicht aus Misstrauen oder Pflichtbewusstsein geschah, sondern schlichtweg aus Neugierde. Jeder der 17 anwesenden Wächter am Kontrollpunkt "musste" den Passierschein genauestens inspizieren, bevor sie ihn nach einer gefühlten Ewigkeit wieder ausgehändigt bekam. Irgendwie verständlich, ein Dokument mit so vielen Herrschersiegeln bekam man nicht alle Tage zu sehen, geschweige denn konnte man es als einfacher Bürger anfassen. Vor der Weiterreise gab es ein paar verhaltene Schulterklopfer und ein junger Wächter wollte ihr unbedingt die Hand schütteln. Sie wollten der "gegnerischen" Schatzsucherin wohl nicht offiziell Glück wünschen, doch Ronald Tekener, ihr eigener Schatzsucher, war nach Westen geritten und würde nicht in heimatliche Gefilde reisen. So war dies die beste und womöglich einzige Gelegenheit, live bei der großen Schatzsuche mitzufiebern.

Weiter ging es gen Norden, erst fielen ihr die feuchten Flecken auf den Wiesen nur unterbewusst auf, doch dann war es unübersehbar: Vor ihr lag ein Sumpf! Mehr als ein Fluch überkam Reddoras Lippen. Es gab doch wohl keine unwirtlichere Landschaft für einen Zwerg als Sümpfe. Kurze Beine und schwere Rüstung waren in so einer Umgebung ein echtes Handicap. Ganz davon zu schweigen, dass Zwerge ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Wasser hatten, Und dann der Schlamm! Wenn er sich in die Ösen des Kettenhemdes presste und die Scharniere der Rüstungen verklebte. Jeder Zwerg wusste, dass das stunden- nein tagelanges Putzen bedeutete.
"Das war ja sowas von klar" seufze sie nach einem Blick auf die Schatzkarte. Es bestand kein Zweifel daran, dass der Schatz in diesem Sumpf versteckt war.

Die Hinweise der Karte auf den genauen Standort des Schatzes waren leicht zu lesen. Zumindest für eine Zwerg und so dauerte es nicht lange bis sie eine Stelle fand, wo das geübte Zwergenauge noch Spuren von Grabarbeiten entdecken konnte. Eine halbe Stunde später machte es "Klonk" als ihr Spaten auf etwas Hartes traf. Wenig später hatte sie eine kleine Schatztruhe in Händen. Ein Schild mit der Aufschrift "1.Sillonfurter Schatzsuche" ließ keinen Zweifel daran, dass sie den richtigen Schatz gefunden hatte. Ein flüchtiger Blick hinein, voll mit Silber und Edelsteinen, und schon eilte sie zurück zu ihrem Wagen.

Überglücklich verzurrte sie die Kiste am Wagen. Es waren noch 2 Stunden bis Sonnenuntergang, sie hätte sich eine Rast mehr als verdient. Doch beflügelt von ihrem Fund, wollte sie bis zum letzten Tageslicht reisen, vielleicht schaffte sie es ja sogar heraus aus diesem elenden Sumpf. Der Gedanke an ein heißes, entspannendes Bad schoss ihr durch den Kopf. Schnell schob sie diesen Gedanken beiseite, Badeabstände kürzer als 2 Monate waren ungesund, das wusste jeder Zwerg.

Aus den Chroniken der Smaragdzwerge

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