Rennen zur Eröffnung der Silberfjord-Straße

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Thalian
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Re: Rennen zur Eröffnung der Silberfjord-Straße

Beitrag von Thalian » Mo 27. Jul 2026, 08:36

Voll war es geworden in Ricikusas. Zu den schon seit einiger Zeit dort verweilenden Teilnehmern hatten sich zu Beginn des Sturmmond weitere gesellt: Der Zwerg Jorgosh war eingetroffen, um für die Erben der Sieben anzutreten. Auch Rojol Sandberg, der Halbling aus Sillonfurt war angekommen. Sein Bruder Farjol war schon in der Vorwoche aus Saphirhafen eingetroffen, um den Start des Rennens mitzuerleben. Und sogar zwei Lemurianer hatten noch den Weg hierher gefunden, auf Greifen waren sie gelandet. Einer der beiden namens Bertran Rado Legusio wollte anscheinend die Strecke tatsächlich zu Fuß schaffen, mit Hilfe eines Siebenmeilentee im Gepäck.

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Das Rennen startet

Beitrag von Rogolan » Mo 27. Jul 2026, 12:01

Hochverehrte Teilnehmer am Rennen zur Eröffnung der Silberfjord-Straße!

Das Warten hat sich gelohnt, es sind noch vier weitere Teilnehmer eingetroffen, sodass das Starterfeld für das Rennen nun 9 Teilnehmer umfasst, Wer mehr wissen möchte, ist eingeladen, beim Aushang in der Taverne vorbeischauen.

Seid uns alle herzlich willkommen! Die Regeln zum Rennen sind öffentlich in der Taverne einzusehen, viele haben sich schon ausgiebig vorbereitet. Bitte vergesst nicht, dass bei diesem Rennen mehr als nur Geschwindigkeit zählt. Sollte noch jemand einen Teil seiner Habseligkeiten sicher verwahren wollen, so stehe ich dafür gerne zur Verfügung.

Aber nun zum Rennen! Die Zeit der Vorbereitungen ist vorüber, das Rennen startet unmittelbar mit Beginn der kommenden Woche. Die Route ist für alle ersichtlich in der Taverne ausgehängt. Die Wache auf dem Weg sind instruiert, den Weg für die Rennteilnehmer freizumachen und für Sicherheit zu sorgen.

Dann trefft Eure letzten Vorbereitungen, wir sehen uns in wenige Tagen am Start.

Gez.
Thegrim Hammerzeh (5t2)
Rennkommissar

PS: Sorgt Euch nicht um die Verpflegung nach dem Ende des Rennens, es wird bei den Feierlichkeiten reichhaltige Bankette geben, niemand wird hungrig bleiben.

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Der Start des Rennens

Beitrag von Rogolan » Mo 3. Aug 2026, 20:10

Thegrim Hammerzeh war noch früher aufgestanden als gewöhnlich. Durch den voranschreitenden Herbst war der Sonnenaufgang schon richtig spät im Vergleich zum Sommer. Das Rennen würde wohl bis in den Winter hinein dauern, doch er war zuversichtlich, dass die milden Winde, die vom Opalsee hinauf wehten, den Frost lange genug hinauszögern würden.

Beinahe zeremonienhaft verließ er die Taverne am Fjord, welche ihm die letzten Wochen als Quartier gedient hatte. Zwar waren die Räume etwas zu hoch für seinen zwergischen Geschmack, doch er liebte den Geruch des frischen Holzes. Schon während seiner Zeit im Bergbau hatte er sich am liebsten zu den Holztransporten und Abstützungsarbeiten einteilen lassen, nur um den Holzgeruch zu inhalieren.

Die Teilnehmer hatten bereits Position bezogen, alle neun standen sie nebeneinander an der Startlinie. Er war sehr stolz darauf, dass so viele Völker der Einladung gefolgt waren. Neben den vertrauten Nachbarn hatte auch der Blutorden der Kalimar und die Lemurianer Teilnehmer entsandt. Ein echtes Novum war die Teilnahme der Elfen der Varya en Cala, denn Elfen hatten man bisher gar selten in den Landen um das Blaue Gebirge erblickt. Und dass selbst die Halblinge von Sillonfurt sich fort von ihrem Heimatdorf wagten, freute ihn ebenso. Einzig die Orks der Rennhorden vermisste er, „Schade“ dachte Thegrim bei sich.

Alle Teilnehmer hatten sich gewissenhaft auf das Rennen vorbereiten, die Teilnehmer der Schatzsuche hatten allesamt ihr Gepäck erleichtert. Einzig der Lemurianer Bertran Rado Legusio stach aus der Reihe, denn er hatte kein Reittier dabei, nur Schuhe mit auffällig dicken Sohlen. Manch einer hatte ihn als wahnwitzig verspottet, andere hatten darüber spekuliert, dass er zum Rennstart doch noch ein Pferd aus dem Hut zaubern würde Doch so sollte es nicht sein.
Bertran hatte Thegrim Hammerzeh als offiziellen Rennkommissar aufgesucht, und ihm seinen Plan erläutert. Bereitwillig hatte er ihm die Phiolen mit dem Trank zur Untersuchung gereicht und auch über die dicken Schuhsohlen aus „Kautsch-Uk“ hatte er umfangreich Auskunft erteil. Sie sollten verhindern, dass ihn die Füße bei dem langen Laufen schmerzten. Thegrim hatte alles überprüft und für regelkonform befunden. Dennoch war es eine abenteuerliche Idee, die ganze Strecke laufen zu wollen. Und das auch noch so schnell wie ein Pferd. Die Leute aus dem Norden hatten schon lustige Ideen.

Auf seine Frage, ob alle bereit wären, nickten alle Teilnehmer ernst und richteten den Blick nach vorne. Am Ende des großen Hauptplatzes begann die Straße und spätestens dort mussten sie sich sortieren, denn bei aller Großzügigkeit, die man beim Bau hatte walten lassen, bot sie nicht neun Reitern nebeneinander Platz.
Auch wenn sie alle nach vorn zu blicken schienen, waren in Wahrheit alle Augen auf den Lemurianer gerichtet. Alle wollten sehen, ob er geblufft hatte, oder ob er wirklich so schnell laufen konnte, wie er behauptet hatte.

Wie in Trance verhallten die Worte „Auf die Plätze---fertig…. Los!“ und alle Reiter zögerten, wollten ihre Neugierde nicht preisgeben, indem sie sich beim Reiten nach dem Läufer umsahen. Doch bei den Göttern, das wäre nicht notwendig gewesen, denn Bertran Rado Legusio sauste los wie der Wind. Als erster fing sich der wortkarge Johann Silberhand und setzte ihm nach, die anderen folgten unverzüglich. Bis zum Ende des Platzes hatte keiner der Reiter zum Läufer aufgeschlossen.

„Das wird ja richtig spannend“
brummte Thegrim in seinen Bart und ging zurück in die Taverne, um einen Raben loszuschicken.

Aus den Chroniken der Smaragdzwerge

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Re: Rennen zur Eröffnung der Silberfjord-Straße

Beitrag von Imperator » Di 4. Aug 2026, 11:02

Dass die Rennhorden keinen ihrer Rennorks zu diesem Wettkampf entsandt hatten, überraschte auch Jorgosh von Irrulin. Wo sonst, als bei einem Wettrennen, würde ein Rennork glänzen können? Vielleicht war die Schmach der verlorenen Schatzsuche noch zu präsent; stattdessen stahl ihnen ein Lemurianer die Show und trat rennend an. „Na, dem wird schon noch die Puste ausgehen! Das ist ein weiter Weg bis an den Fjord.“ Jorgosh freute sich, bei diesem Rennen dabei zu sein, denn ob er nun gewann oder nicht - am Ziel erwartete ihn noch die Entspannung versprechende Kreuzfahrt und sicherlich ein Festmahl nach zwergischer Art - darauf freute er sich am meisten. Und dann begannen hoffentlich ruhigere Zeiten am Hofe von Rogolan IV.

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Re: Rennen zur Eröffnung der Silberfjord-Straße

Beitrag von Rothar » Di 4. Aug 2026, 19:53

Bormin lehnte etwas zu weit vorne im Sattel von Rosinante. Der Bierkonsum der letzten Tage war dazu geeignet den stärksten Zwerg ins Wanken zu bringen, doch was hatte er schon zu verlieren?
"Wieder wochenlang Staub fressen auf den Landstraßen dieser Welt. PAH, wie ich das hasse! Und der schnittige Leberkäse wird den gerade erst verheilten Hintern wieder ordentlich rot scheuern. Kein Bier für viele, viele Tage... " Die Tränen schossen ihm in die Augen. "Nicht mal ein Fässchen konnte ich mitnehmen, weil ich muss ja lei - ei - iiicht sein."

Die Gerüchte von dem Läufer hatte er natürlich auch gehört. Aber da gab es auch Gerüchte von weißen Rennhasen und einem Wildsaureiter. Nachdem er sich nicht ganz sicher war, ob er den weißen Hasen am Ende der gestrigen Zechtour nicht vielleicht doch gesehen hatte, war der Läufer eigentlich eine erfrischend reale Erscheinung in den Nebeln seines Sichtfeldes.
"Armer Teufel. Der hat sicher auch irgendwas nicht ausgegraben oder war irgendwo zu langsam oder hat den Oberfuzzi mit dem falschen Titel angesprochen. Wie grausam kann man nur sein, um einem DAS anzutun? Da sitz' ich sogar noch lieber auf Rennleberkäse. Da hat man den Proviant gleich mit dabei. Wer weiß, vielleicht haben die für mich auch irgendwo einen Boten mit dem Teufelszeug versteckt? Aber das sauf' ich sicher nicht! Bei meinem Bart."

Dann begann irgendwer irgendso einen Auszählreim aufzusagen und alle wurden still, ernst und angespannt. Der große Moment musste wohl vorbei sein, weil der Laufbursche zischte ab wie nichts. Da die anderen auch noch ein paar Sekunden starrten, starrte Bormin einfach mit, nur der Gaul wollte nicht mehr warten und so ging Rennleberkäse einfach durch und das Rennen hatte für Bormin begonnen.

Später wird es einmal heißen, dass der edle Bormin mit voller Konzentration auf den Start hinfieberte und voller Tatendrang in das große Rennen gestartet ist. Wir aber wissen es besser. Da er den Gang zu Toilette vergessen hatte, ist er voller Harndrang gestartet, was manchmal auch etwas Tempo gibt.

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Re: Rennen zur Eröffnung der Silberfjord-Straße

Beitrag von Thalian » Sa 15. Aug 2026, 13:44

Dem Lemurianer Bertran ging langsam die Puste aus, denn die Wirkung seines Siebenmeilentees ließ nach. Scheinbar war der Trank nicht mehr so frisch gewesen. Jedenfalls brauchte er inzwischen mehr Pausen als zuvor, und war nun am Ende der 1. Woche Herdfeuer nur bis nach Licizidsa gekommen. Überraschenderweise war der Zwerg der Sieben - dieser Jorgosh - ebenfalls hier.

Rojol Sandberg der Halbling war schon in Nimo zurückgefallen - an seinem Wagen brachen zwei Speichen, als er durch eine engere Stelle fuhr und einem Rudel Wildschweine ausweichen musste, die knapp vor ihm wechselten. So war er gezwungen, langsam weiter zu fahren und schließlich anzuhalten, um das in Mitleidenschaft gezogene Rad notdürftig zu flicken, damit er es wenigstens bis zur Küste schaffen würde.

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Re: Rennen zur Eröffnung der Silberfjord-Straße

Beitrag von Imperator » Di 18. Aug 2026, 09:12

Bis zum Quarzsee war der Lemurianer dank seiner Droge so schnell unterwegs, dass Jorgosh von Irrulin keine Notwendigkeit sah, ihn zu überholen. So blieb er die ganze Strecke hinter ihm um zu sehen, wie weit Bertran sein Tempo halten könnte. Als sie nun den Quarzsee halb umrundeten war klar, dass der Trank an Wirkung verlor (es hieß ja, dass ein Siebenmeilentee bis zu drei Wochen hielt, und so war es offensichtlich auch hier. Der Läufer hatte wohl keinen zweiten Trank in Reserve dabei, vermutete der Zwerg, und er beschloss, auch das Tempo zu reduzieren und seinem Gespann etwas mehr Ruhe zu gönnen. Der restliche Weg war auch gut zu schaffen, denn die letzte Etappe war kürzer, und auch Bertran könnte es theoretisch noch schaffen, wenn er noch die Kraft dazu fand - und das wollte Jorgosh mit eigenen Augen sehen.

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Re: Rennen zur Eröffnung der Silberfjord-Straße

Beitrag von Rothar » Di 18. Aug 2026, 11:31

"Rennleberkäse" war alles, was Bormin befürchtet hatte - schnell und unbequem. Außerdem hatte er den Verdacht, dass das Pferd eine perfide Ausgeburt der Hölle in Gestalt eines unschuldigen Pferdes war. Der geschundene Zwerg wusste schon nicht mehr, wie er sich hinsetzen sollte. Bei der letzten Station hatte er zwei große Stücke Pferdefleisch gekauft, um seinen Hintern irgendwie zu entlasten. Genüsslich hatte er Rosinante die Steaks vor die Nase gehalten und detailliert von seinen nächtlichen Phantasien erzählt, die von Schmerz, Blut, einem Schlachterbeil und einem Pferd handelten. Diese Hölle würde er persönlich austreiben - ganz langsaaaam und mit Genuss.

Blöder Weise dürfte Rennleberkäse das für ihn unverständliche Gebrabbel als anspornende Drohung verstanden haben und nun zischten 2 durch das Schicksal aneinander gekettete Gestalten mit roten wilden Augen durch die Landschaft.

Rosinante setzte alles daran als erster über die Ziellinie zu gehen, um endlich den offenbar geistesgestörten und für seinen Geschmack viel zu schweren Zwerg loszuwerden. Der Schaum stand schon im Fell, wobei man zugeben musste, dass der kurze Rüpel viel von der Pflege eines Tieres verstand und offenbar pflichtbewusst genug war, dieses Wissen auch anzuwenden. Vielleicht ein Tritt mit den Hufen, wenn dieser Bormin nach der Ziellinie sein Bier soff?
Bormin setzte alles daran, um so schnell wie möglich über die Ziellinie zu gehen. Die Platzierung war ihm eigentlich egal, aber er hatte Pläne zu verwirklichen. Er hatte sich schon in Molerim erkundigt, ob und wo man in Nitamut ein gutes Schlachtbeil bekommen konnte. Er durfte noch keines kaufen, weil er ja leiiiicht sein musste und ihm jedes Gramm unnötiges Eisen strengstens verboten worden war.

Lei-iiii-icht, wenn er das Wort schon hörte wurde ihm übel. Er hatte auf dieser Reise sicher 1000 Mahlzeiten ausgelassen und wirklich sehr viel Gewicht verloren. Sein stolzer Zwergenbauch war dahingeschmolzen - nun zumindest musste er den Gürtel um ein Loch enger schnallen. Der Bart war staubig und vom Nahrungsmangel schon ganz glanzlos. Wo waren die Zeiten, wo das Fett im Bart glänzte? Was würde er nur für einen armseligen Sieger abgeben? Ein Zwerg ohne Rüstung. Entsetzlich! Wo seine gute Plattenrüstung jetzt wohl war und ob sie vielleicht Rost ansetzt? In welche Hölle war er da geraten!

Der Blick starr (und halbirr) nach vorne gerichtet war doch der stattliche Zwergenritter am Straßenrand nicht zu übersehen. Den hatte er doch schon einmal gesehen. Ein Ritter, also ein Zwerg in Rüstung auf einem dieser vierbeinigen Höllengeschöpfe. Irgend so ein Fuzzi aus Sillonfurt. Ein guter Säufer, aber Teil des Establishments und ein unguter Kerl. Irgendwas hatte der mal wollen, aber er konnte sich nicht mehr erinnern. Mal schauen, was er will.
Junker Boringsgord setzte sich im schnellen Galopp neben Bormin. An den roten und weit geöffneten Augen war zu erkennen, dass der Reiter schon ziemlich erledigt war. Armselige Gestalt. Wie gut, dass Borinsgord die Botschaft des Zwergenkönigs Arbilosch als erster gesehen hatte und noch rechtzeitig dafür sorgen konnte, dass sein Name aus der Nachricht verschwand. So konnte er als ranghöchster Sturschädel in Sillonfurt irgendwen einteilen. Auf Bormin hatte er es schon lange abgesehen. Hatte der Kerl doch die Frechheit gehabt die Hand seiner Schwester einem anderen zu versprechen. Jetzt musste er bluten!
Borinsgord: "Botschaft vom König. Du musst leicht sein. Also her mit dem ganzen Silber! Die Metallknöpfe am Hemd müssen auch ab. Und von der Hügelkuppe da vorne kannst Du ins Ziel laufen. Also runter vom Pferd. Das läuft sich ja noch zu Tode. Ich hab' da einen Wasserschlauch. Damit solltest Du durchhalten können."
Bormin war in seinem langen Leben schon einmal ausgeraubt worden. Irgendwie erinnerte er sich an die Worte der Räuber und dachte über die feinen Unterschiede in der Wortwahl nach. Die Botschaft war die gleiche. Und da war noch die Sache mit dem Höllengesöff, das der Lemurianer saufen musste. Der Wasserschlauch hatte doch eine verdächtige Markierung. Vielleicht war das eine Rune? Nein! Wie damals gab Bormin instinktiv dem Pferd die Sporen. Der bessere Reiter war er allemal als dieser "Ritter". Und Bormin war leicht. Und Rosinante war noch immer schnell, was auch der guten Pflege zu verdanken war.
Schnell gewannen sie Abstand. Wie lang das Tempo durchzuhalten war, war nicht klar. Aber es würde lang genug sein, um den Schnösel abzuhängen. Die anderen Teilnehmer waren jetzt ganz egal. Und auch das Rennen. Zum ersten Mal waren Pferd und Reiter eins. Und die Gedanken an Schlachtbeile und Schmerzen verzogen sich im Staub der Straße.

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Reiter und Pferd

Beitrag von Rogolan » So 23. Aug 2026, 07:45

Rynmora Schinkenklopfer hatte noch nie zuvor einen Sturschädel getroffen. Sie hatte sich die Zwerge aus dem Nachbarreich aber größer vorgestellt. Die Zwerge in einem so großen Reich mussten doch groß sein. Aber die Gestalt vor ihr entsprach so ganz und gar nicht ihrer Vorstellung: abgemagert, mit eingefallenen Wangen, glanzloser Bart und einem Blick, der einen auf der Straße die Seite wechseln ließ.

Zwei Stück Pferdefleisch hatte er verlangt und dabei gekichert. Irgendwie war ihr der fremde Zwerg unheimlich, machte sie aber auch neugierig. Nachdem er den Laden verlassen hatte, ging sie zur Ladentür und konnte draußen beobachten, wie er die beiden Stücke Fleisch auspackte und vor dem Kopf seines Pferdes hin- und herschwenkte. Er nannte es "Rennleberkäs" und hielt dem armen Tier wohl eine Standpauke, der Ausdruck in seinen Augen hatte sich zu einer Art Glühen gesteigert.

Rynmora traute sich nicht, dazwischen zu gehen, schließlich war dies mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Teilnehmer des großen Rennens. Aber innerlich hatte sie einen Entschluss gefasst: Dieses arme Pferd durfte keinen Augenblick zu lange in der Obhut dieses wahnwitzigen Reiters bleiben. Wer mochte wissen, welch Schicksal es sonst erleiden würde.

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Zuletzt geändert von Rogolan am So 23. Aug 2026, 19:11, insgesamt 3-mal geändert.

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Die letzte Etappe

Beitrag von Rogolan » So 23. Aug 2026, 08:31

Reddoras Hintern schmerze immer noch. Sie hatte bei der Siegesfeier im Dicken Dachs in Sillonfurt gefeiert, wie es für Zwerge würdig war. Beim Tanzen auf den Tischen war sie allerdings ausgerutscht und hatte sich trotz der ihrer Meinung nach an Eleganz nicht zu überbietenden Rolle die rechte Pobacke übel an einer Tischkannte gestoßen. Der Schmerz war nicht weiter schlimm gewesen. Bis die Wirkung des Alkohols am nächsten Tag nachgelassen hatte.

Jedenfalls quälte sie dieser Blaue Fleck seit Wochen und durch die ganze Reiterei wollte er auch nicht weggehen. Aber dafür hatte er alle Farben des Regenbogens durchgewechselt. Vornehmlich Farbtöne in grün, braun und violett. Sie sehnte das Ende des Rennens wahrlich herbei. Und sie war fest entschlossen so ein „heißes Bad“ auszuprobieren. In der Menschensiedlung Nitamut würde es sicher so etwas geben. Die Menschen badeten sich ja andauernd. Und außerdem war sie im Ausland, „Was im Ausland geschieht, bleibt im Ausland“ hatte eine ihrer Freundinnen gesagt und stets mit einem Auge schelmisch gezwinkert.

Nun war es nur mehr ein kurzer Ritt bis zum Ziel. Das Rennen war von hohem Tempo gezeichnet, die neue Straße ermöglichte ganz andere Geschwindigkeiten als das teilweise unwegsame Gelände bei der Schatzsuche. Auch musste man keine Unebenheiten oder Löcher fürchten und konnte stets volles Tempo reiten.

Nach dem verblüffenden Blitzstart des Lemurianers Bertran hatten sich die Reiter gemüht, zu ihm aufzuschließen und über einen weiten Teil der Strecke hatten sie sich einfach an ihn drangehängt. Ihn zu überholen hätte einen ungeheuren Kraftaufwand bedeutet, der sich am Ende des Rennens sicherlich gerächt hätte. Dieser Trank, den er dabei hatte, war ein wahres Wunderzeug, hätte sie es nicht mit eigenen Augen gesehen, sie hätte nie gedacht, dass die Alchemisten zu so etwas fähig waren. Trotzdem pflichtete sie dem grummeligen Sturschädel Bormin bei, wer zu so einer Mission entsandt wurde, musste bei irgendwem in Ungnade gefallen sein.

Aber irgendwas war wohl schiefgelaufen, letzte Woche hatte Bertran Rado Legusio an Tempo verloren und war zurückgefallen. Und mit ihm Jorgosh von Irrulin, was auch immer den Zwerg von den Erben der Sieben veranlasst haben mochte, das Tempo zu drosseln. Der Halbling Rojol Sandberg hatte mit einer gebrochenen Speiche zu kämpfen und war schon zuvor zu einer Unterbrechung gezwungen worden. Es hatte schon einen Grund gehabt, dass die Rennleitung zum „Reiten zu Pferde“ geraten hatte.

Die verbleibenden Reiter waren fortan quasi als Gruppe gereist, mal fiel jemand zurück oder zog ein wenig davon, doch am Tagesende traf man sich meist wieder. Das Niveau von Ross und Rieter war auf sehr ähnlichem Niveau und letztendlich bewegten sie sich alle an der Grenze des physikalisch machbaren. Schneller konnte man nicht reisen, außer man hatte Flügel.

Gestern war etwas Unerwartetes geschehen: Vaelor Rotschwinge vom Blutorden der Kalimar war am späten Nachmittag an einer Wegkreuzung plötzlich abgebogen. Reddora war verunsichert gewesen und hatte sofort die Karte studiert. Doch sie war sich sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Ein Blick zu den anderen Reitern ergab ähnliches, alle waren verunsichert, aber doch sicher, auf dem richtigen Weg zu sein.

So bestand die Führungsgruppe nun nur mehr aus Johann Silberhand, Bormin, Ronald Tekener, Mentair en Varya en Cala und ihr selbst. Nun war nur mehr die letzte Tagesetappe übrig. Sie hatten am Abend vereinbart, am nächsten Morgen alle gleichzeitig zu starten. Sie alle wollten wissen, wer nach all den Strapazen der Schnellste war. Die Entscheidung sollte im Galopp auf der Strecke fallen und nicht durch einen frühen Aufbruch.

Auch wenn sie die anderen Teilnehmer als ehrbare Vertreter ihres Volkes und außerordentliche Reiter achten und schätzen gelernt hatte, von denen sie erwartete, die Vereinbarung einzuhalten, so hielt sie doch ein Auge offen. Sicher war sicher.
Und so dämmerte der nächste Morgen heran, der Tag, der die große Entscheidung bringen sollte.

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Zuletzt geändert von Rogolan am So 23. Aug 2026, 20:38, insgesamt 2-mal geändert.

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